Koncert 6.09
Art d’Echo
Teksty
Zu Lob der Edlen und Freyen Kunst, der Music
1. Als Orpheus schlug sein Instrument
Und sang darein so süße
Da bewegt er alle Thier behend
Auch Wälder / Stein und Flüsse
Als er von Euridice sang
Gantz Thracien zur Stunden
Mit seiner Harffen er bezwang
Zu tantzen sie begunden
Noch heute wenn man musiciert
Wird manches, Menschen Hertz gerührt
o Musica du edle Kunst
Bist würdig aller Ehr und Gunst.
2. David hat gestillt Sauls Raserey
Mit seinem Harffen Schlagen
Ihm vom bösen Geist gemachet frey
’Und yon desselben Plagen
Man saget .daß ein alter Brauch
Gewest sey bey den Griechen
Mit Musiciern zu pflegen auch
Der Krancken und der Siechen
Damit erfrischt ihr Hertz und Muth
Das sonsten Artzeney nicht thut
O Musica du freye Kunst
Bist würdig aller Ehr und Gunst.
3. Ich weiß nicht zu sagen wie viel gut
In Music ist verborgen
Gott und Menschen sie gefallen thut
Music vertreibt die’ Sorgen
Music verjagt die Trawrigkeit
Music den Geist veneuet
Music macht Lust und kürtzt die Zeit
Und ewig uns erfreuet
Music lieb ich solang ich leb
Und frölich meine Stimm erheb
Und sing O Music Himmelskunst
Du bist wehrt aller Ehr und Gunst.
Ein Sommer Liedlein
1. Phoebus ist nun wieder Kommen
Hat die Flora angeblickt
Und in Armen sie genommen
Sie geküsst / Und schön geschmückt
Mit einem bunten Rock
Als eine schöne Tock*
Ihr goldgeel Haar hat sie gezieret
Mit einem BlumenKrantz
Darumb sie nun zum Tantz
Viel schöner Nymphen mit sich führet.
2. Kommet lasst uns gehn in Garten
da viel tausend Blümelein
und Gewächse sich wohl arten,
und hervor gesprossen sein.
Die Blume Tulipan,
vielen Thymian,
die Rosmarii und Hyazinthen,
Narzissen, Tausendschön
und Meyeran da stehn,
Lavendel, Poley** sich auch finden.
3. Und die Blum je langer lieber
Rosen / Lilien wohlgemuth
Seht was übers Beet hinüber
Was zur Tafel nötig thut
Spargieß und Salat
Spansche Lacktuck*** man hat
Melaunen I Gurken / Artischocken
Antivien / Stickelbeer****
Und andre Sachen mehr
die man zu essen kan abpflocken,
4. Seht die ImmenStöck zur seiten
Wie die HonigVögel doch
Umb die Nahrung so arbeiten
Wie der Wein auch wechst so hoch
Das frische Obst wird süß
Die Kirschen / Bürn und Nüß
Die Äpfel / Pfirschgen / Pomerantzen
Citronen / Feigen / auch
Was in die Küche tauch
Die, Rüben / Wurtzeln / Kohl und Pflantzen.
5. Kommet / kommet last uns gehen
In das Kornland nauß mit ihr
Last uns in den Wäldern sehen
Wie der Hirsch und andre Thier
Im Grünen springen rumb
Hört, wie so wunder krumb
Die Nachtigall her coloriret
Seht wie an jeden Ort
In kühlen Schatten dort
Der Schäffer seine Hürtin führet.
*Puppe
**Minze
***Spanischer Lattich/Römersalat
****Stachelbeere
Von dem wanckelbahren Glück
1. Last mich doch etwas singen
Von Glück und seinen Tücken
Zu einen lauffts in springen
Den andern kehrts den Rücken
Es gibt sich manchen unverhofft
Der es nicht hat vermeinet offt
Den Narren laufft es in das Hauß
Den Weisen jagt es gar darauß,
2. Wo wenig Witz verhanden
Da ist das Glück am meisten
Was offt nicht wird verstanden
Das weiß das Glück zu leisten
Tugend und Warheit steht verhönt
Wo Glück den groben PüffeI kröhnt
Jeder thut Reverentz der Krohn
Tregt sie ein Ochs und Esel schon
3. Mit Glück und guten Winde
Siht man in Korb offt einen
Zur See hinsegeln linde
Dass mans nicht solte meinen
Es hat offt mancher schlechter Tropf
Kaum eine Nußschahl Hiern im Kopf
Regiert doch eine halbe Welt
Weil Glück die Sachen selbst bestellt.
4. Hierauß, kann jeder hören
Schnel seyn I hilfft nicht zum lauffen
Geschickt seyn wird nicht mehren
Der Nahrung schlechten Hauffen
Zum Reichthumb hilfft nicht witzig sein
Zur Gunst hilfft Kunst auch nicht allein
Weil es an Zeit und Glück nur liegt
Ich ·halts mit Gott der alles,fügt
Klaglied an seine Buhlschaft
1. Soll und muß ich denn eben
So gar trostlos leben / Ach hartes Hertz.
Wolt ihr mich denn so hassen
Und ,stracks gar verlassen /Ach strenges Hertz.
Wolt ihr euch an mir rechen
Was ist mein verbrechen/ Ach zornig Hertz.
Wolt ihr mich betrüben
Vor mein hertzlich lieben! Ach wildes Hertz
2. Wolt ihr mich denn in Nöhten
Ermorden und tödten / Ach grimmig Hertz.
Doch ich kan leicht ermessen
Daß ihr meiner vergessen I Ach falsches Hertz.
Weil ihr guts mir nicht gönnet
Mich nicht leiden könnet / Ach neidisch Hertz.
Was Pein ihr mir machet
Dennoch meiner lachet I Ach spöttisch Hertz.
3. Fürchtet ihr denn mit nichten
Gott werde das richten I Ach sichers Hertz.
Daß ihr den werdet kriegen
Der euch wird betriegen Ach Iistigs Hertz.
Alsdenn gönts euch ein jeder .
Wenn daß euch hinwieder / Ach böses Hertz /
Wird so eingeträncket
Wie ihr mich itzt kräncket I Bedencks mein Hertz.
Gute Freunde
1. Ihr die ihr gerne höret
Der Music schöne Kunst
Und sie bißweilen ehret
Mit sonderlicher Gunst.
Auch mit der That bezeuget
Daß ihr seyd wolgeneiget
Derselben Edlen Schaar
Sitzt nicht .als die Betrübten
Und heimlichen verliebten
So trawrich immerdar.
2. Die Gläser voll mit Weine
Die Speisen vielerley
Die zieren nicht alleine
Das GastMahl glaubet frey
Braucht mans zu überflüssig
So macht es überdrüssig
Und schadet sehr den Leib
Ein gut Gespreche bringen
Ein lieblich Spiel und singen
Das ist gut ZeitVertreib.
3. Durch viel Gefräss und Sauffen
Wird Leib und Seel beschwert
Der Geitz und Sorg mit Hauffen
Macht das Gemüth verkehrt
Der hat ein groß Vergnügen
Der sich nur lest genügen
Mit dem was. Gott beschehrt
Der die Begierd und Willen
Mit wenigen kan stillen
Hat mehr denn er begehrt.
4. Erkennet das vors beste
Was meine Musa spricht.
Doch soll man auch die Gäste
Verdürsten lassen nicht
Trinckts eins’ herumb mit massen
Wolt euch nicht irren Iassen
Daß ich bey Fröligkeit
Von Weißheit etwas singe
Man hört der eitlen Dinge
Doch sonst genug allzeit.